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Copingstrategien für Opfer von Narzissten

Copingstrategien für Opfer von Narzissten

Sie haben sich gerade scheiden lassen oder eine langjährige Partnerbeziehung ist jetzt beendet? Ein guter Freund ist verstorben? Sie sind arbeitslos geworden oder in Konkurs gegangen? Vergleichbare Belastungssituationen treten im Leben eines jeden Menschen auf. Der Fachausdruck dafür, diesen Stress zu bewältigen und belastende Lebensereignisse zu überwinden, ist Coping. Es gibt verschiedene Arten, mit Stress und schwierigen Ereignissen im Leben umzugehen, verschiedene Copingstrategien also. 

Im Kontext von narzisstischen und toxischen Beziehungen kommt den Copingstrategien besondere Bedeutung zu. Copingstrategien für Opfer von Narzissten unterscheiden sich in der Auswirkung, von denen, die bei anderen Belastungssituationen angewendet werden.

Copingreaktionen-wie reagiert man auf ein belastendes Ereignis?

Grundsätzlich reagiert man auf zwei verschiedene Arten auf ein belastendes Ereignis. Es gibt die ereignisbezogene und die selbstzentrierte Copingreaktion. Bei der ereignisbezogenen Reaktion gibt man die Schuld den äußeren Umständen und dem Umfeld.

Der Autounfall ist z.B. geschehen, weil der Verkehr so unübersichtlich war und die Kinder auf dem Rücksitz getobt haben.Der Streit mit dem Ehepartner kam, weil beide Ärger auf der Arbeit hatten.

Bei der selbstzentrierten Copingreaktion sucht man die Verantwortung bei sich selbst.

Aber gerade das ist mit einem narzisstischen Partner oder in einer toxischen Beziehung nicht immer gut, es kann sogar sehr schädlich sein.

Denn man hat es bei einem Narzissten mit einem kranken Menschen zu tun, der es darauf anlegt, seinen Partner zu verunsichern und manipulative Techniken dazu einsetzt. Und wenn der Partner dann noch die Schuld oder Verantwortung bei sich sucht, hat der Narzisst sein Ziel erreicht. 

Zusätzlich kann man dann noch problemorientiert oder emotionsorientiert reagieren. Bei der problemorientierten Reaktion steht das belastende Ereignis im Mittelpunkt. Bei der emotionsorientierten Reaktion ist die Zielsetzung, sich selbst in einen emotional guten Zustand zu bringen.

Copingstrategien

Als nächstes kommen dann die Strategien. Die werden zunächst in adaptiv und maladaptiv unterschieden. Adaptive Copingstrategien bezeichnen ein lösungsorientiertes Herangehen an die belastende Situation. Beim Streit mit dem Ehepartner geht man aktiv aufeinander zu und versucht den Konflikt zu lösen. Eine maladaptive Strategie trägt nichts zur Lösung des Problems bei. Beispielsweise folgt jeder wieder seiner Routine, ohne dass über den Konflikt gesprochen wird. Dieses Muster herrscht in toxischen Beziehungen vor. Oder einer fährt weg und betrinkt sich. Alkohol und Drogenkonsum sind maladaptive Strategien, um mit einem Problem umzugehen.

Einzelne Copingstrategien für Opfer von Narzissten sind unter anderem:

  • Persönliches Wachstum und Neubewertung. Eine schwere Krankheit kann dazu dienlich sein, sich auf andere Werte im Leben zu konzentrieren und das bisherige Leben zu hinterfragen.
  • Als Copingstrategie für Opfer von Narzissten kann dieses sehr nützlich sein. Man hinterfragt, warum man in so eine Beziehung geraten und darin geblieben ist. Häufig erkennt man frühkindliche Traumatisierungen und Rollenvorbilder aus der Kindheit als Grund dafür.
  • Religion und Spiritualität. Die Hinwendung zu einer höheren Macht und die Sinnsuche im Ereignis. Diese Strategie ist häufig reaktiv, erfolgt also nach dem belastenden Ereignis. Sie kann aber auch proaktiv sein, denn gelebte Religiösität oder Spiritualität führt zu Wachstum des Menschen, der dann in der Lage ist, mit kommenden belastenden Ereignissen besser umzugehen.
  • Sarkasmus und Ironie. Führt zu Distanz vom belastenden Ereignis. Die toxische Beziehung und das eigene Verhalten kann distanziert gesehen werden. 
  • Emotionen rauslassen. Wütend werden, weinen, schreien. Kann maladaptiv sein, wenn sie dauerhaft aufrecht erhalten wird. Hat aber auch positive Effekte, weil sie dem Menschen in der belastenden Situation erst einmal eine gewisse Ruhe geben kann, innerhalb derer er sich selbst in die Lage versetzt, sich dem belastenden Ereignis zu stellen.
  • Mentaler Rückzug. Wenn man sich von unangenehmen Emotionen, die mit der belastenden Situation verbunden sind, durch eine andere Aktivität entzieht. Zum Beispiel einfach in den Urlaub fahren und die Arbeit zuhause lassen.
  • Eine wichtige innere Ressource im Umgang mit Situationen, die sich nicht ändern lassen. Der Tod eines geliebten Menschen ist nicht rückgängig zu machen. Er kann entweder voll und ganz akzeptiert werde oder resignierend hingenommen werden. Resignierende Hinnahme wäre eine maladaptive Form der Akzeptanz.
  • Alkohol, Drogen und Medikamente. Da braucht man nicht viel zu erklären. Es ist offensichtlich, dass diese Strategie nicht zu einer positiven Bewältigung führt, sondern maladaptiv ist. Andererseits kann es Situationen geben, in denen nichts anderes Linderung verspricht.

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