Nützliche Tipps

Nützliche Tipps für Menschen, die sich in einer toxischen Beziehung befinden oder sich daraus lösen wollen

Manchmal fehlt einem einfach nur eine Info. Hier haben wir ein paar nützliche Tipps zusammengestellt. Anwaltssuche, Verhalten gegenüber dem Narzissten, Therapeutensuche und anderes.  Die Liste wird ständig erweitert.

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Wenn man mit einem narzisstischen Partner verheiratet war oder sich durch eine lange Beziehung gegenseitige Verpflichtungen ergeben haben, zum Beispiel durch Kinder oder gemeinsamen Besitz, dann ist es wichtig den richtigen Anwalt zur Seite zu haben. Bei der Wahl des Anwalts sollten Sie bewusst und sorgfältig sein, denn der falsche Anwalt kann ihnen bei der Trennung von einem narzisstischen Partner viel Schaden zufügen. Sie brauchen auf jeden Fall einen Fachanwalt für Familienrecht, der auf hochkonflikthafte Trennungen spezialisiert ist.

Das wichtigste ist Ihre innere Haltung bei der Anwaltssuche! Bedenken Sie, dass Sie die/derjenige sind, die/der Geld ausgibt. Sie sind Auftraggeber/in und der Anwalt Dienstleister, der den Auftrag annimmt. Er arbeitet für Sie! So ist die Anwaltssuche eine gute Gelegenheit, sich in Selbstbewusstsein zu üben und der Opferhaltung zu entkommen.

Fragen Sie bei Opferschutzorganisationen und Fraueninitiativen nach geeigneten Anwälten.

Machen Sie sich eine Liste von mehreren Anwälten beispielsweise 10 Stück, die von ihren Qualifikationen und ggf. Bewertungen im Internet in Frage kommen und telefonieren Sie diese ab.

Im Vorgespräch per Telefon achten Sie auf folgende Punkte:

  • Wie ist ihr Bauchgefühl?
  • Hat der Anwalt Erfahrung mit Narzissmus?
  • Hat er schon Erfolge für Opfer von narzisstischen Partnern erzielt?
  • Vertritt er Sie selbst vor Gericht oder würde er ggf. einen Stellvertreten entsenden?
    Ist das der Fall, dann ist es nicht der richtige Anwalt.
  • Ist er bereit, sich vor und nach dem Prozess mit Ihnen zu treffen?
  • Spüren Sie bei ihm Idealismus?

Mittlerweile werben einige Anwälte im Internet damit, auf Verhandlungen gegen Narzissten spezialisiert zu sein. Wenn Sie persönliche Empfehlungen von anderen Menschen in Ihrer Lage bekommen können, umso besser.

Jeder Mensch braucht persönliche Grenzen. Gerade im Umgang mit Narzissten und anderweitig toxisch veranlagten Menschen ist das Erkennen und Bewahren der eigenen Grenzen überlebenswichtig. Die eigene Persönlichkeit ist nur innerhalb der persönlichen Grenzen wahrnehmbar. Der Narzisst empfindet es als Zurückweisung, wenn der Partner seine persönlichen Grenzen wahrt. Er empfindet Angst über den dadurch entstehenden Kontrollverlust. Diese Angst treibt ihn zu Manipulationen aller Art. 

Er verwechselt Kontrolle mit Nähe

Grenzverletzung geschieht auf vier verschiedenen Ebenen:

Physisch:

  • Unangemessene und ungewollte Berührungen
  • Verfügen und Nutzen der Finanzen des Partners ohne dessen Einwilligung
  • Gebrauch von finanzieller Überlegenheit zur Kontrolle und Manipulation
  • Missbrauch von körperlicher Überlegenheit
  • Unangemessene Ansprüche und Kontrolle über die Zeit des anderen, z.B. durch zu spät kommen oder Absagen von Terminen in letzter Minute
  • Ausleihen des persönlichen Besitzes anderer Menschen ohne deren Einwilligung

 

Mental:

  • Respektlose Kommunikation
  • Abwerten und missachten der Ideen und Gedanken des Partners
  • Vorgeben  zu wissen was der andere denkt oder glaubt
  • Um des “lieben Frieden” willens anderen Recht geben
  • Anderen Menschen ungefragt Ratschläge oder Meinungen aufdrängen
  • Urteilen über andere 
  • Gebrauch von intellektueller, rhetorischer und sozialer Überlegenheit zur Kontrolle und Manipulation
  • Andere nicht zu Ende sprechen lassen, jemandem ins Wort fallen
  • Gebrauch

 

Emotional:

  • Die Gefühle des Anderen ignorieren, kritisieren und herabwerten.
  • Denken, zu wissen, was der Andere fühlt und ihm dieses zu unterstellen oder zum Vorwurf machen.
  • Unangemessene Fragen stellen, „bohren“, auch wenn der Andere signalisiert, darauf nicht eingehen zu wollen.
  • Dem Partner etwas „heimzahlen“, d.h. vermeintlich erlittene emotionale Verletzungen zurückgeben, womöglich noch mit zeitlicher Verzögerung.
  • Den Partner „an der Angel haben“, und das ausnutzen.
  • Den Partner enttäuschen, wiederholt Zusagen machen, hinsichtlich Dingen, die den Partner emotional berühren und ihm wichtig sind und diese dann nicht einhalten, also mit leeren Versprechungen Nähe halten oder gewinnen.
  • Anklagen und Schuldgefühle vermitteln.
  • Den Anderen für den eigenen negativen emotionalen Zustand verantwortlich machen.
  • Den Anderen als emotionale Müllkippe missbrauchen (emotional dumping), d.h. Negativität, erlittenen Frust, Ärger auf der Arbeit etc. am Partner ablassen.
  • Den Anderen emotional verunsichern durch „in Rätseln sprechen“, bewusst unvollständige Aussagen über Gefühle zum Partner treffen und eventuelle Konsequenzen hinsichtlich der Beziehung andeuten und ihn im Unklaren lassen.
  • Emotional unter Druck setzen „Wenn Du …dann mach ich“.
  • Mit schädigenden Handlungen, in Bezug auf sich selbst, den Partner oder andere drohen.
  • Emotionen des Anderen einfordern.
  • Vertrauensmissbrauch, vom Anderen gegebenes Vertrauen zur Kontrolle und Manipulation nutzen

 

Sprituell:

  • Die eigene Intuition ignorieren.
  • Zu tun, was Andere für richtig halten, obwohl man selbst Zweifel daran hat
  • Gesellschaftliche Konventionen zu befolgen, obwohl man selbst Zweifel an der Richtigkeit hat.
  • Kadavergehorsam
  • Andere zu drängen, in einer bestimmten Weise zu glauben oder zu handeln.
  • Die Werte Anderer missachten und gegen diese zu handeln.
  • Glauben, im Besitz einer allein gültigen Wahrheit zu sein und dadurch die eigene Spiritualität oder religiöse Ansichten über die des Anderen stellen.
  • Anderen ungefragt eigene spirituelle Ideen aufdrängen (missionieren).

Grey Rock oder Grey Stone bezeichnet eine innere Haltung, bei der man dem toxischen Gegenüber nur sachlich und neutral begegnet. Wenn der No Contact nicht möglich ist, dann wendet man die Grey Rock Methode an. Man äußert keine Emotionen, weder positiv noch negativ, um dem Narzissten oder anderweitig toxischem Menschen keinen Angriffspunkt zu liefern. Grey Rock lässt sich nicht lange aufrecht erhalten. Gerade für Menschen, die ihren narzisstischen Partner immer wieder sehen müssen oder anderweitig in Kontakt sein müssen, eignet sich Grey Rock sehr gut. Grey Rock ist auf allen Ebenen der Kommunikation anzuwenden, sei es im persönlichen Kontakt oder im Emailverkehr. Jede Äußerung darf nur sachlich, kurz und knapp sein und sich nur auf das Thema beziehen, was notwendigerweise besprochen werden muss. Zur Unterstützung stellt man sich während und kurz vor der Kommunikation vor, man sei in einem grauen Felsen oder selbst ein grauer Felsen, durch den nur kurze, knappe und gefühllose Kommunikation nach außen dringt.

Hier geht zum Beitrag im Blog

Oft ist es notwendig, die Folgen einer toxischen Beziehung mit Hilfe eines Therapeuten zu verarbeiten. Man sollte auf jeden Fall einen Therapeuten suchen, der traumatherapeutisch und systemisch ausgebildet ist und sich mit Narzissmus auskennt. Wichtig ist das berühmte Bauchgefühl, 75% des Therapieerfolges hängen von der Beziehung zwischen Therapeut und Klient ab. Die Chemie muss stimmen!